19.10.2020

Luxemburger Wort : “Konsum: “Luxemburger sind Gewohnheitstiere””

Die Corona-Pandemie hat das Kaufverhalten verändert – einige Trends werden bleiben, auch wenn die Krise vorbei ist.

Erst Hamsterkäufe bei Klopapier und Mehl, dann der Trend zu lokalen und nachhaltigen Produkten. Die Corona-Krise hat das Konsumverhalten der letzten Monate geprägt. Manches war ein reines Krisen-Phänomen, andere Trends könnten uns noch lange begleiten.

„Die Gewohnheiten haben sich in der Krise geändert“, stellt Natalia Sampaio fest, wenn sie die Verkaufszahlen der Supermarktkette Cactus analysiert. Vor dem Lockdown ging am Morgen Coffee-to-Go über die Theke. Mittags lag der gemischte Salat auf dem Kassenband.

Mit dem Homeoffice hat sich aber auch das Essverhalten gewandelt: „Frühstück und Mittagessen zum Mitnehmen sind viel weniger gefragt“, sagt Sampaio. Stattdessen wird zu Hause frisch gekocht. „Gesunde, biologische und lokale Lebensmittel sind die Produktfamilie mit dem derzeit höchsten Wachstum“, sagt Sampaio.

Lippenstift-Krise

Im Einzelhandel hat sich der Konsum vor allem so verändert: Er ist zurückgegangen. Laut Confédération luxembourgeoise du commerce (CLC) ist etwa der Umsatz bei Mode im Juli um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.

 Die Hälfte der Kunden fühlt sich unwohl beim Anprobieren von Kleidung in Geschäften. 

Claude Bizjak, Confédération luxembourgeoise du commerce (CLC)

Das liegt nach Ansicht der Einzelhändler vor allem daran, dass die Gesichtsmaske zum ständigen Begleiter geworden ist. “Die Hälfte der Kunden fühlt sich unwohl beim Anprobieren von Kleidung in Geschäften“, sagt Claude Bizjak von der CLC. „Aus diesem Grund ziehen es viele vor, sich auf das Wesentliche zu beschränken.”40 Prozent der Kunden fühlen sich unsicher, wenn sie in ein Einkaufszentrum gehen.

 

Foto: Pierre Matgé

 

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