18.02.2021

Luxemburger Wort : “Einzelhandel: Streit um Sonntagsarbeit”

Kontrollen der ITM haben ergeben, dass sich viele Geschäfte nicht an die Obergrenze von vier Stunden Arbeit am Sonntag halten. Das Patronat zeigt sich überrascht und verärgert.

Seit mehreren Wochen wird im Einzelhandel hinter den Kulissen um die Arbeitszeitregelung am Sonntag gerungen. Vor Weihnachten 2020 wurden die Geschäftsleute in einem Rundschreiben darauf hingewiesen, dass sie sich an die im Code de travail verankerte Obergrenze von vier Stunden halten müssen, andernfalls drohten Geld- und bei Wiederholung sogar Gefängnisstrafen. Die Verstöße wurden bei Kontrollen durch die Inspection du travail et des mines (ITM) festgestellt. Während die Arbeitgeber vor dem Verlust von Arbeitsplätzen warnen, wird von Gewerkschaftsseite auf jahrelangen Rechtsbruch verwiesen.

Dass die bisher tolerierte Situation nun vom Arbeitsministerium mitten in der Corona-Krise infrage gestellt wird, bezeichnet Claude Bizjak, stellvertretender Direktor der Confédération luxembourgeoise du commerce (CLC), als „unglücklich“. „Wir hätte uns gewünscht, dass man erst einmal den Dialog sucht.“ Weder Unternehmen noch Angestellte hätten sich in der Vergangenheit beklagt. Die flächendeckenden Kontrollen durch die ITM hätten viele Betriebe verunsichert. Bizjak verweist auf die Konkurrenz durch die Großregion und den Onlinehandel, wo es oftmals überhaupt keine Beschränkungen bei der Sonntagsarbeit gebe.

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(geschrieben von Marc Hoscheid)